Capitularia - Edition der fränkischen Herrschererlasse

München, Bayerische Staatsbibliothek, Lat. 3851

Beschreibung der Handschrift nach Kaschke

Aufbewahrungsort
München
Bayerische Staatsbibliothek
Lat. 3851
Sigle: M26
Digitalisat verfügbar bei Bayerische Staatsbibliothek München
Entstehung und Überlieferung
Entstehung:

Ende 9. Jh. (Mordek, Brommer), 4. Viertel 9. Jh. (Bischoff); ca. 882 (Geary); Ostfranzösisch (Lotharingien) (Mordek), Westdeutschland / Ostfrankreich (Brommer), Lothringen (Bischoff)

Provenienz:

Bereits Anfang des 10. Jh. in Ellwangen (Bischoff), von dort evtl. um 996 weiter nach Augsburg (Geary, nach Brommer).

Äußere Beschreibung
Material: Pergament
Umfang: 75+1 foll.
Zeilen: 24
Spalten: 1
Schrift: karolingische Minuskel
Schreiber:

mehrere Hände

Inhalte
Anmerkung:

Die Handschrift wird von Mordek 1995 nicht in einem eigenen Eintrag beschrieben, aber an mehreren Stellen erwähnt. Die zusätzlichen Informationen stammen aus der Handschriftenbeschreibung in Brommer 1984 sowie aus Bischoff 2004.

Die Hs. enthält vor allem Bußbücher, dazu "sog. Wormser Konzilsschlüsse in 181 Kanones" (darunter auch capitula Theodulfs von Orléans) sowie auf fol. 65r-v "Cap. Monacensia".

  • 4r
    CAP. XVII - Capitulare ecclesiasticum (a. 818/819), c. 17, mit Inskription: IN CAPITULARE GLORIOSISSIMORUM PRINCIPUM KAROLI ET HLUDUUUICI. Statutum est ab episcopis de presbiteris - canonica inuectione feriantur (MGH Capit. 1, Nr. 138, S. 278 Z. 9-12).

  • 65v
    CAP. XXVII - Capitulare ecclesiasticum (a. 818/819), c. 27, mit Inskription und leicht verändertem Wortlaut: EX CAPITLR. KAROLI ET HLUDUUUICI. Sanccitum est et modis omnibus prohibitum ut nullus omnino quamlibet examinationem crucis facere presumat ne christi passio glorificata cuiuslibet temeritate obtentui habeatur (MGH Capit. 1, Nr. 138, S. 279 Z. 29-31).


Transkription

Editorische Vorbemerkung zur Transkription

Transkriptionsvorlage: Transkription nach einem guten Farbdigitalisat, online bereit gestellt von der Bayerischen Staatsbibliothek.

Zur Handschrift

Die Handschrift wird von Mordek 1995 nicht in einem eigenen Eintrag beschrieben, aber an mehreren Stellen erwähnt. Die zusätzlichen Informationen stammen aus der Handschriftenbeschreibung in Brommer 1984 sowie aus Bischoff 2004.

Schriftheimat: Westdeutschland/Ostfrankreich (Brommer) bzw. Lothringen (Bischoff). Bibliotheksheimat: über Ellwangen gelangte die Hs. vielleicht um 996 nach Augsburg (nach Geary). Alte Signatur: 115.

Umfang: 75 Blatt, dazu fol. I. Blattverluste nach fol. 5 und 53. Blasse Foliierung jeweils rechts oben auf den Recto-Seiten. Zusätzlich eine erst auf fol. 2r mit 1 einsetzende Paginierung (aber fol. 65v = p. 130). Mindestens zu Beginn der Hs. (fol. 1-5) mehrfache Handwechsel.

Buchstabenformen

Zu fol. 4r: Häufigere Verwendung von unzialem bzw. Majuskel-N, besonders am Wortanfang und bei Verneinungen, z.T. aber auch innerhalb von Worten (z.B. Z. 9). Der Schreiber verwendet Doppelformen bei a (ein- und doppelstöckig) und d. Aufgrund der Neigung des Schreibers, ein c extrem dicht an den Folgebuchstaben heranzurücken (bei ci wie bei cl) besteht so häufiger eine Verwechslungsgefahr mit a bzw. d. Das g ist dreiförmig, oberer und unterer Bogen bleiben geöffnet. Überschriften in unzialer Schrift, mit Unterlängen bei P. Selten dort auch einzelne Worte in Capitalis rustica.

Benutzungsspuren

Auf fol. 65v neben BK 138 c. 27 eine neuzeitliche Bleistiftnotiz (Haec [cursus?] desunt).

Sonstiges

Wie die übernommene korrekte Kapitelnummer von BK 138 c. 17 zeigt, dürfte der Schreiber bzw. der Kompilator der ursprünglichen Sammlung den Text des Kapitels nicht aus eines Ansegis-Handschrift übernommen haben (dort lib. 1, c. 92), sondern aus einer die ursprüngliche Nummerierung bewahrenden Fassung des Kapitulars.

[fol. 4r] [1]
INCIPIUNT IUDICIA CANONICA · SACERDOTUM CETERORUMQUE CLERICORUM EX NICENO · CONCILIO1* CAPITULUM III · DE SUBTRODUC2*  
[Nicht transkribierter Text]
[5]
IN CAPITULARE GLORIOSISSIMORUM PRINCIPUM KAROLI ET HLUDUUUICI · CAPITULUM XVII ·  
[BK 138 c. 17]
Statutum est ab episcopis de presbiteris qui feminas secum indiscrete habitare permittunt · Et propter hoc malae opinionis suspitiones denotantur · Ut si deinceps admoniti non se correxerint3* · Uelud contemptores sacrorum canonum canonica Inuectione feriantur ·  
1*
gek. CCL
2*
Über D ein Kürzungsstrich; nicht auflösbare Abkürzung.
3*
x korr. (?)
[Nicht transkribierter Text]
[fol. 65v] [7]
EX CAPITULARE4* · KAROLI · ET HLUDUUUICI · CAPITULUM · XXVII ·  
[BK 138 c. 27]
Sanccitum est et modis omnibus prohibitum · Ut nullus omnino quamlibet examinationem crucis facere presumat · ne christi passio glorificata cuiuslibet temeritate obtentui habeatur ;  
4*
gek. CAPITLR