Capitularia - Edition der fränkischen Herrschererlasse

Sankt Gallen, Stiftsbibliothek, 727

Beschreibung der Handschrift nach Mordek

Aufbewahrungsort
Sankt Gallen
Stiftsbibliothek
727
Sigle: Sg3
Digitalisat verfügbar bei e-codices
Entstehung und Überlieferung
Entstehung:

9. Jh., 3. Viertel (Mordek, Bischoff); Reims zur Hinkmar-Zeit (Devisse nach Bischoff).

Provenienz:

Marginalnotizen von Vadian († 1551 in St. Gallen); auf Veranlassung Jean-Baptiste Colberts zusammen mit Cod. St. Gallen 728 u. a. an Étienne Baluze nach Paris ausgeliehen (dessen kurze Inhaltsangabe p. 1 oben) (Exzerpte aus der Hs. finden sich in Cod. Paris, Bibliothèque Nationale, Baluze 2, fol. 253r-v). Alte St. Galler Signatur (p. 1 oben): D. n 96 (Katalog P. Kolb).

Äußere Beschreibung
Material: Pergament
Umfang: 128 foll. (paginiert 1-256)
Maße: 310 × 210 mm
Schriftraum: 230-235 × 140-145 mm
Lagen:
16 Quaternionen mit Kustoden I bis XVI am Ende der Lagen (die schwarzen Kustoden stammen wohl von jener Hand, die auch den Text hin und wieder korrigierte); am Schluß Blattverlust.
Zeilen: 30-31
Spalten: 1
Schrift: karolingische Minuskel
Ausstattung:

Rote Rubriken in Minuskel und Capitalis rustica; Initialen und Zahlen in hellbrauner Texttinte.

Einband:

Beschädigter brauner Ledereinband um Holz (zeitgenössisch?) mit Schließe. Alte Rückenaufschrift (quer) nur noch teilweise lesbar: <L>EGES KAROLI ET... Rot umrandetes Rückenschild aus Papier mit der Aufschrift (19. Jh.): Caroli M. Capitularia.

Inhalte
Anmerkung:

Der Sangallensis 727 zeigt engere Verwandtschaft mit den Codd. Gotha Memb. I 84 (1. Teil), Vatikan Pal. Lat. 583 (beide aus Mainz) und Vatikan Reg. Lat. 974, ferner mit den Codd. Paris Lat. 4634 und Lat. 4637.

Die auf Bartholomäus Schobinger zurückgehende Papierhs. Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Reg. Lat. 850 (16. Jh., wohl 3. Drittel; zur St. Galler Familie Schobinger vgl. ADB 32 [1891] S. 209 f.) hat aus alten St. Galler Manuskripten unter anderem Leges Salica, Ribuaria, Alamannorum und die Kapitulariensammlungen des Ansegis und Benedictus Levita übernommen; für letztere dürfte Cod. St. Gallen 727 die Vorlage gewesen sein.

  • 1-106
    Ansegisi abbatis capitularium collectio (Klasse C, ohne den Namen Lothars), Praefatio, Bücher 1-4 und Appendices 1-3 (MGH Capit. 1, S. 394 [mit Anm. a] - S. 450).

  • 106-256
    Benedicti Levitae capitularium collectio, fragmentarische Überlieferung bis 2, 101 (MGH LL 2, 2, S. 39-79).

Bibliographie
Kataloge:
  • G. Scherrer, Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen (Halle 1875) S. 233


Transkription

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