Handschrift des Monats Januar 2017: Münster, Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, msc. VII. 5201

„Allem Anfang wohnen Kapitularien inne“ – Betrachtet man die in der Handschrift Münster, Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, msc. VII. 5201 versammelten Texte, ließe sich ein solcher Eindruck leicht gewinnen, zumindest in Bezug auf die Neugründung von Klöstern in Sachsen nach dessen Einverleibung in das Frankenreich. Die Handschrift selbst ist mit hoher Wahrscheinlichkeit kurz nach 945 […]

Handschrift des Monats April 2017: Schaffhausen, Stadtbibliothek, Min. 75

Der in der Stadtbibliothek Schaffhausen aufbewahrte Codex Min. 75 ist ein Repräsentant einer kleinen Gruppe von Sammelhandschriften, die rechtliche und historische Texte kombinieren. Sie enthalten mehrere Kapitularientexte, und zwar sowohl im Rahmen der Sammlung des Ansegis als auch in von dieser unabhängiger Überlieferung, und stellen ihnen u.a. die Biographie Ludwigs des Frommen von Thegan zur […]

Handschrift des Monats Februar 2017: Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, iur. 4° 134

Der im 10./11. Jahrhundert in Alemannien, wahrscheinlich in St. Gallen entstandene Rechtscodex wird eröffnet durch den für die Region zentralen Rechtstext, die Lex Alamannorum. Es folgen die Kapitulariensammlung des Ansegis und weitere Exzerpte aus Rechtstexten, vor allem aus dem römischen Recht. Im letzten Teil der Sammelhandschrift, auf den foll. 173r-199v, finden sich zwei Listen mit […]

Handschrift des Monats Dezember 2016: Gotha, Forschungsbibliothek, Memb. I 84

Die heute in der Forschungsbibliothek in Gotha aufbewahrte Handschrift ist wohl um die Jahrtausendwende (Hoffmann 1986, S. 239) in Mainz entstanden und bietet eine der „bedeutendsten Rechtskompilationen des Frühmittelalters“ (Mordek 1995, S. 131), die Kapitularien und Leges vereint. Der großformatige, 397 foll. umfassende Codex ist in vier Teile gegliedert und überliefert unter anderem die Kapitulariensammlung […]

Handschrift des Monats November 2016: Berlin, SBPK, Savigny 1

Weitere Neufunde in einer Handschrift mit römischem Recht Dass Handschriften mit römischem Recht auch für die Kapitularienforschung ergiebig sein können, hat schon der erste Neufund in der Handschrift Paris, BN, Lat. 4419 gezeigt, den wir an dieser Stelle im Juni präsentiert haben. Mit der in diesem Monat vorzustellenden Handschrift verhält es sich ähnlich, wie im […]

Handschrift des Monats Oktober 2016: München, BSB, Lat. 19416

Der aus dem Besitz des Klosters Tegernsee stammende Clm 19416 enthält in seinem älteren, ersten Teil eine italienische Kapitulariensammlung, die am Ende des 9. Jahrhunderts wohl in Südbayern aus einer unbekannten Vorlage abgeschrieben wurde. Im Unterschied zu anderen italienischen Sammlungen, die die fränkischen Herrschererlasse mit dem Langobardenrecht oder anderen Leges kombinieren, tradiert die Sammlung (von […]

Handschrift des Monats August 2016: Cava de’ Tirreni, BdB, 4

Nur wenige Rechtshandschriften mit Kapitularien sind mit begleitenden Illustrationen ausgestattet. Eine dieser Ausnahmen bildet der um 1005 in Süditalien entstandene Codex Cava de’ Tirreni, Biblioteca della Badia, 4. Die in einer schönen und gleichmäßigen Beneventana gehaltene Handschrift bietet vor allem langobardisches und beneventanisches Recht, gefolgt von einer am Ende verstümmelten Sammlung fränkischer Kapitularien, die wohl […]

Handschrift des Monats Juli 2016: Paris, BN, Lat. 4632

Ein Rechtshandbuch aus dem Besitz eines Laien Der in der Mitte bis zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts im St-Amand-Stil geschriebene Pariser Latinus 4632 gehört zu jenen frühmittelalterlichen Kodizes, die ihren herausgehobenen Stellenwert erst auf den zweiten Blick enthüllen: Äußerlich schmucklos und unscheinbar, scheint der Kodex mit seiner Kompilation aus Leges- und Kapitularientexten wenig Auffälliges zu […]

Handschrift des Monats Juni 2016: Paris, BN, Lat. 4419

Ein Neufund in einer Handschrift mit römischem Recht Hubert Mordeks “Bibliotheca capitularium” (Mordek 1995) ist nicht nur für dieses Projekt, sondern generell für die Erforschung mittelalterlicher (Rechts-)Handschriften eine unverzichtbare Grundlage. Aber selbst in dem über 1150 Seiten starken Werk sind nicht alle Handschriften mit Kapitularien verzeichnet, so der Pariser Latinus 4419, den man im Handschriftenregister […]

Handschrift des Monats Mai 2016: München, BSB, Lat. 4460

Gelegentlich erlauben es die erhaltenen Kapitularien-Handschriften, ihrem Schreiber bei der Konstituierung seines Textes über die Schulter zu blicken. Einen besonders anschaulichen Fall für umfangreiche Eingriffe in einen Text sogar noch während des Schreibprozesses selbst bietet die Handschrift München, BSB, Lat. 4460. Diese mehrteilige Sammelhandschrift aus Süddeutschland enthält in ihrem ersten, noch aus dem 11. Jahrhundert […]