Capitularia - Edition der fränkischen Herrschererlasse

Handschrift des Monats September 2017: Paris, BN, Lat. 4628 A

So nah und doch so fern: Glossen und Nota-Zeichen Seit längerem wird die einzelne Handschrift in der rechtshistorischen Forschung nicht mehr nur als bloßer Textträger, sondern als individuelles Artefakt mit jeweils eigenem Wert begriffen. Dennoch wird dabei sehr auf den Text selbst geschaut, die sog. Paratexte wie z.B. Glossen oder Nota-Zeichen werden allzu oft außen […]

Handschrift des Monats August 2017: Paris, BN, Lat. 10754

Lex Salica, Kapitularien und biblisches Recht Die moderne Forschung hat sich seit längerer Zeit von einem „legalistischen“ Verständnis der karolingischen Kapitularien verabschiedet, wie es das Buch von François Louis Ganshof (Ganshof 1961) repräsentiert. Die Definition von Ganshof, Kapitularien seien „Maßnahmen der Gesetzgebung oder der Verwaltung“ (Ganshof 1961, S. 13), wird der Vielfalt der Kapitularien und […]

Handschrift des Monats Juli 2017

Ein Vögelchen hat gezwitschert… Die Zahl der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher, die Twitter als sinnvolles Kommunikations- und Informationsmedium gebrauchen, steigt stetig an, und selbst eine immer größer werdende Gemeinschaft von (Frühmittelalter-)Historikern (#medievaltwitter #twitterstorians) gehört ebenfalls dazu. Unter diesen, die sich hier vor allem über Handschriften, neue Publikationen oder Veranstaltungen austauschen, verbreitete sich Anfang Juni eine Nachricht […]

Handschrift des Monats Juni 2017: Berlin, SBPK, Phill. 1737

Auch mittelalterliche Kopisten waren nur Menschen und insofern der gelegentlichen Erleichterung ihrer Arbeit nicht abgeneigt. So auch im Falle der Schreiber eines unbekannten ostfranzösischen Skriptoriums im 10. Jahrhundert, die mit der Aufgabe konfrontiert waren, eine Kopie der erweiterten Kapitulariensammlung des Ansegis anzufertigen: Anstatt ihre Vorlage – eine Handschrift, wie sie ähnlich auch dem Fuldaer Schreiber […]

Handschrift des Monats Mai 2017: Kopenhagen, Kongelige Bibliotek, GKS 1943 4°

Das vor einiger Zeit an diesem Ort als erstes “Kapitular des Monats” in einer Vorabedition veröffentlichte Prooemium generale Kaiser Ludwigs des Frommen zu seiner Gesetzgebung der Jahre 818/19 ist in nur zwei Handschriften überliefert: Zum einen in dem berühmten Codex Paris lat. 2718, der um 830 wohl in Tours geschrieben wurde, zum anderen in einer […]

Handschrift des Monats Januar 2017: Münster, Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, msc. VII. 5201

„Allem Anfang wohnen Kapitularien inne“ – Betrachtet man die in der Handschrift Münster, Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, msc. VII. 5201 versammelten Texte, ließe sich ein solcher Eindruck leicht gewinnen, zumindest in Bezug auf die Neugründung von Klöstern in Sachsen nach dessen Einverleibung in das Frankenreich. Die Handschrift selbst ist mit hoher Wahrscheinlichkeit kurz nach 945 […]

Handschrift des Monats April 2017: Schaffhausen, Stadtbibliothek, Min. 75

Der in der Stadtbibliothek Schaffhausen aufbewahrte Codex Min. 75 ist ein Repräsentant einer kleinen Gruppe von Sammelhandschriften, die rechtliche und historische Texte kombinieren. Sie enthalten mehrere Kapitularientexte, und zwar sowohl im Rahmen der Sammlung des Ansegis als auch in von dieser unabhängiger Überlieferung, und stellen ihnen u.a. die Biographie Ludwigs des Frommen von Thegan zur […]

Handschrift des Monats Februar 2017: Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, iur. 4° 134

Der im 10./11. Jahrhundert in Alemannien, wahrscheinlich in St. Gallen entstandene Rechtscodex wird eröffnet durch den für die Region zentralen Rechtstext, die Lex Alamannorum. Es folgen die Kapitulariensammlung des Ansegis und weitere Exzerpte aus Rechtstexten, vor allem aus dem römischen Recht. Im letzten Teil der Sammelhandschrift, auf den foll. 173r-199v, finden sich zwei Listen mit […]

Handschrift des Monats Dezember 2016: Gotha, Forschungsbibliothek, Memb. I 84

Die heute in der Forschungsbibliothek in Gotha aufbewahrte Handschrift ist wohl um die Jahrtausendwende (Hoffmann 1986, S. 239) in Mainz entstanden und bietet eine der „bedeutendsten Rechtskompilationen des Frühmittelalters“ (Mordek 1995, S. 131), die Kapitularien und Leges vereint. Der großformatige, 397 foll. umfassende Codex ist in vier Teile gegliedert und überliefert unter anderem die Kapitulariensammlung […]

Handschrift des Monats November 2016: Berlin, SBPK, Savigny 1

Weitere Neufunde in einer Handschrift mit römischem Recht Dass Handschriften mit römischem Recht auch für die Kapitularienforschung ergiebig sein können, hat schon der erste Neufund in der Handschrift Paris, BN, Lat. 4419 gezeigt, den wir an dieser Stelle im Juni präsentiert haben. Mit der in diesem Monat vorzustellenden Handschrift verhält es sich ähnlich, wie im […]